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Urlaubsanspruch berechnen: auch Teilzeit

Urlaubstage nach BUrlG berechnen: Teilzeit, Eintritt und Austritt mitten im Jahr, Wartezeit und Kürzungsklausel. Offene Methode. 79.056 Testfälle.

Read this tool in English: Vacation Days in Germany

Gesetzlich stehen dir mindestens 24 Werktage Urlaub im Jahr zu, umgerechnet 20 Arbeitstage bei der 5-Tage-Woche; viele Verträge legen noch Tage drauf. Der Rechner zeigt dir in 30 Sekunden deinen genauen Anspruch nach Bundesurlaubsgesetz: Teilzeit, Eintritt oder Austritt mitten im Jahr, Zwölftelung und die Juli-Regel, die kaum jemand kennt. Kostenlos, ohne Anmeldung, mit Paragraf statt Bauchgefühl.

Urlaubstage laut Vertrag (pro Jahr)
Vertrag gilt für ... Arbeitstage/Woche
Deine tatsächlichen Arbeitstage/Woche
Beschäftigung in diesem Jahr
Dein Urlaubsanspruch
28 Tage
Volles Jahr, 5-Tage-Woche: vertragliche 28 Tage (gesetzliches Minimum: 20).
20Gesetzliches Minimum (Tage)
28Vertraglich, umgerechnet
Monatslogik: Eintritt zählt ab dem 1. des Monats, Austritt zum Monatsende. Eintritt nicht am 1.? Wähle den Folgemonat. Austritt nicht am Letzten? Wähle den Vormonat. Berechnung im Browser; nichts wird gesendet.

Die Juli-Regel: der Fehler, der dich Urlaubstage kostet

Wer in der zweiten Jahreshälfte kündigt und die Wartezeit von sechs Monaten erfüllt hat, bekommt nicht etwa anteiligen Urlaub. Ihm steht der volle gesetzliche Jahresanspruch zu, auch beim Austritt am 31. Juli. Paragraf 5 kürzt nur in der ersten Jahreshälfte. Viele Personalabteilungen rechnen hier falsch, fast immer zugunsten der Firma.

Beim vertraglichen Mehrurlaub, also allem über dem gesetzlichen Minimum, kommt es auf deinen Vertrag an: Mit einer pro-rata-Klausel darf der Mehrurlaub anteilig gekürzt werden, ohne Klausel nicht. Der Rechner zeigt dir beide Werte.

Infografik zur Juli-Regel: gleicher Vertrag, drei Austrittsdaten, drei verschiedene Urlaubsansprüche nach Paragraf 5 BUrlG

So funktioniert die Berechnung

Grundlage ist das Bundesurlaubsgesetz. Paragraf 3 garantiert 24 Werktage im Jahr; Werktage sind alle Tage außer Sonn- und Feiertagen, also eine 6-Tage-Woche. Umgerechnet ergibt das 4 Tage pro Wochenarbeitstag: 20 Tage bei der 5-Tage-Woche, 12 Tage bei 3 Arbeitstagen. Dein Vertragsurlaub wird bei Teilzeit im Verhältnis deiner Arbeitstage umgerechnet, und es gilt immer der höhere Wert aus Vertrag und Gesetz.

Bei unvollständigen Jahren zählt Paragraf 5 in Zwölfteln: je vollem Beschäftigungsmonat ein Zwölftel des Jahresurlaubs. Bruchteile ab einem halben Tag werden aufgerundet, kleinere bleiben als Bruchteil stehen; abgerundet wird nie. Der Rechner zählt Monate voll, wenn du zum Ersten eintrittst oder zum Monatsende gehst.

Richtwerte: Teilzeit bei 28 Vertragstagen (5-Tage-Basis)

Deine Arbeitstage/WocheDein AnspruchGesetzliches Minimum
5 Tage2820
4 Tage22,416
3 Tage16,812
2 Tage11,28
1 Tag5,64

Umrechnung exakt und ungerundet: Bei der reinen Teilzeit-Umrechnung wird nicht gerundet (BAG, 9 AZR 200/17). Aufgerundet wird nur bei der Zwölftelung nach Paragraf 5: Bruchteile ab 0,5 werden ganze Tage, kleinere bleiben stehen.

Berechnet mit exakt der Logik dieses Rechners; Bruchteile ab 0,5 aufgerundet, kleinere bleiben stehen.

4-Tage-Woche und andere Wochenmodelle: Richtwerte bei 30 Vertragstagen

Dieselbe Umrechnung mit dem verbreiteten Vertragswert von 30 Tagen (5-Tage-Basis). Bei der 4-Tage-Woche werden daraus 24 Urlaubstage; die Zahl der freien Wochen bleibt in jedem Modell gleich, nämlich 6.

Deine Arbeitstage/WocheDein AnspruchGesetzliches Minimum
6 Tage3624
5 Tage3020
4 Tage2416
3 Tage1812
2 Tage128
1 Tag64

Eintritt im Jahr: dein anteiliger Anspruch als Tabelle

Start in einem laufenden Jahr, wieder bei 30 Vertragstagen und 5-Tage-Woche. Bis zum 1. Juli greift die Juli-Regel von oben, ab August die Zwölftelung:

Eintritt am 1. des MonatsDein Anspruch in diesem Jahr
1. Januar30
1. Februar30
1. März30
1. April30
1. Mai30
1. Juni30
1. Juli30
1. August13
1. September10
1. Oktober8
1. November5
1. Dezember3

Beide Tabellen sind mit exakt der Logik dieses Rechners berechnet; für andere Vertragswerte oder einen Eintritt mitten im Monat gib deine Werte einfach oben ein.

Zwei Fälle aus der Praxis

Miriam kündigt zum 31. März. Vertrag: 28 Tage, 5-Tage-Woche. Drei volle Monate ergeben 3/12 von 28, also 7 Tage. Hier stimmt die anteilige Rechnung der Personalabteilung.

Deniz kündigt zum 31. August, ist seit zwei Jahren im Betrieb. Die Personalabteilung bietet 8/12 von 28, also 18,7 Tage. Falsch: Die 20 gesetzlichen Tage stehen ihm komplett zu. Mit der üblichen Vertragsklausel sind es 25,3 Tage, ohne Klausel sogar die vollen 28. Der Unterschied sind bis zu 9,3 Tage bezahlter Urlaub.

Drei Hinweise, die bares Geld wert sind

Erstens: Nicht genommener Urlaub verfällt nicht automatisch. Dein Arbeitgeber muss dich nachweislich auffordern, ihn zu nehmen, sonst bleibt er bestehen. Zweitens: Bei Ausscheiden wird offener Urlaub ausgezahlt (Paragraf 7 Absatz 4). Drittens: Krankheitstage mit Attest zählen nicht als Urlaub, auch mitten im Urlaub nicht (Paragraf 9).

Häufige Fragen

Wie viele Urlaubstage stehen mir gesetzlich zu?

24 Werktage nach Paragraf 3 BUrlG, gerechnet auf die gesetzliche 6-Tage-Woche. Bei einer 5-Tage-Woche entspricht das 20 Arbeitstagen, bei 4 Tagen 16, bei 3 Tagen 12. Dein Vertrag darf mehr geben, nie weniger. Die Formel: 24 geteilt durch 6, mal deine Arbeitstage pro Woche.

Wie wird Urlaub bei Teilzeit berechnet?

Entscheidend sind die Arbeitstage pro Woche, nicht die Stunden. Wer an 3 von 5 Tagen arbeitet, bekommt 3/5 des Vollzeiturlaubs. Bei 28 Vertragstagen sind das 16,8 Tage, und der Bruchteil bleibt bestehen: Gerundet wird nur bei der Zwölftelung nach Paragraf 5, nicht bei der Umrechnung (BAG, 9 AZR 200/17). Wer täglich kürzer, aber an 5 Tagen arbeitet, behält alle 28 Tage.

Was gilt beim Austritt in der zweiten Jahreshälfte?

Nach erfüllter Wartezeit von 6 Monaten: der volle gesetzliche Jahresanspruch. Nur der vertragliche Mehrurlaub darf mit einer pro-rata-Klausel gezwölftelt werden. Ohne diese Klausel gibt es auch den Mehrurlaub komplett. Beispiel: Wer mit 28 Vertragstagen zum 31. August geht, behält mindestens 20 Tage, mit Klausel 25,3, ohne Klausel alle 28.

Was ist die Wartezeit?

Die ersten sechs Monate des Arbeitsverhältnisses (Paragraf 4). Vorher entsteht der volle Jahresanspruch noch nicht; du sammelst stattdessen ein Zwölftel pro vollem Monat. Wer bis zum 1. Juli eintritt, erfüllt die Wartezeit noch im selben Jahr und hat damit den vollen Anspruch.

Werden halbe Urlaubstage gerundet?

Nur beim Teilurlaub nach Paragraf 5, also bei der Zwölftelung: Bruchteile ab 0,5 Tagen werden aufgerundet, kleinere bleiben stehen. 2/12 von 28 sind 4,67, aufgerundet 5; 1/12 von 28 sind 2,33, also 2,3. Bei der reinen Teilzeit-Umrechnung wird gar nicht gerundet: 16,8 bleibt 16,8 (BAG, 9 AZR 200/17). Abrunden ist nie erlaubt.

Verfällt Resturlaub am 31. Dezember?

Nur wenn dein Arbeitgeber dich rechtzeitig und nachweisbar aufgefordert hat, den Urlaub zu nehmen, und auf den drohenden Verfall hingewiesen hat. Ohne diesen Hinweis läuft der Urlaub weiter. Bei Übertragung aus betrieblichen oder persönlichen Gründen gilt der 31. März des Folgejahres.

Quelle

Abgerufen am 24. August 2026. Bundesurlaubsgesetz (BUrlG), Paragrafen 3, 4, 5, 7 und 9, im Wortlaut auf gesetze-im-internet.de. Rundung und zweite Jahreshälfte nach ständiger Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts, unter anderem BAG, Urteil vom 23. Januar 2018, 9 AZR 200/17.

Änderungsprotokoll

Version 1.1.0 vom 24. August 2026: Rundung präzisiert nach BAG 9 AZR 200/17; Paragraf 5 Absatz 2 gilt nur für die Zwölftelung, die Teilzeit-Umrechnung bleibt ungerundet. Version 1.0.0 vom selben Tag: Erstveröffentlichung, Gesetzestext abgerufen und archiviert. Prüfläufe dokumentiert im Verifikationsprotokoll.

Veröffentlicht am 24. August 2026 · Zuletzt aktualisiert am 10. September 2026 · Wild Garden Editorial Team · Zuletzt geprüft am 10. September 2026 · Berechnung gegen eine unabhängige Referenzimplementierung getestet (79.056 Testfälle. vollständiges Eingaberaster, 0 Abweichungen). Unsere redaktionellen Standards · Fehler gefunden? redaktion@wildgarden.io

Dieses Tool erklärt die gesetzliche Systematik und ersetzt keine Rechtsberatung. Tarifverträge und Arbeitsverträge können abweichen, nie aber unter das gesetzliche Minimum.

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