Geld

Ab wann ist man reich? Die Grenzen in Zahlen

Ein Mann lacht beim Kochen am Küchenfenster und drückt eine Limette über einer Schüssel aus.
Offiziell gilt in Deutschland als einkommensreich, wer mehr als das Doppelte des mittleren Nettoeinkommens hat. Für Singles sind das nach unserer Rechnung rund 4.815 Euro netto im Monat (Einkommensjahr 2024). Beim Vermögen gehört ein Haushalt laut Bundesbank ab 779.500 Euro zu den vermögendsten 10 Prozent (2023), ab 1.227.900 Euro ist er vermögender als 95 Prozent.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Als einkommensreich gilt nach der Konvention der amtlichen Statistik, wer netto mehr als das Doppelte des Medians hat: als Single rund 4.815 Euro im Monat, als Paar ohne Kinder 7.223 Euro (unsere Rechnung, Einkommensjahr 2024).
  • Zu den vermögendsten 10 Prozent der Haushalte gehörte laut Bundesbank 2023, wer ab 779.500 Euro Nettovermögen besaß. Der Median lag bei 103.200 Euro, der Durchschnitt bei 324.800 Euro.
  • Nach den Zahlen der Bundesbank ist ein Haushalt mit einer Million Euro nicht einmal vermögender als 95 Prozent der Haushalte: Diese Grenze lag 2023 bei 1.227.900 Euro, mit diesem 95. Perzentil endet ihre Tabelle.
  • Gefühlt beginnt Reichtum viel später: Befragte nannten 2023 im Mittel 7.685 Euro persönliches Nettoeinkommen im Monat, nach der üblichen Definition schätzt der Siebte Armuts- und Reichtumsbericht die Grenze für 2023 auf 4.346 Euro.
  • Ansprüche auf eine gesetzliche Rente oder Pension zählen nicht zum Nettovermögen, Guthaben bei privaten Renten- und Lebensversicherungen schon.

Inhalt

  1. Ab wann ist man reich beim Einkommen?
  2. Ab wann ist man reich beim Vermögen?
  3. Die Schwellen auf einen Blick
  4. Beispiel: Wo steht ein Paar ohne Kinder?
  5. Warum sich Reichtum höher anfühlt, als die Statistik ihn ansetzt
  6. Welche Zahlen du nicht glauben solltest
  7. Häufige Fragen

Beim Einkommen zieht die amtliche Statistik eine definierte, wenn auch umstrittene Linie: Einkommensreich ist, wessen Nettoäquivalenzeinkommen mehr als 200 Prozent des Medians beträgt1,2. Beim Vermögen beschreibt die Bundesbank eine Rangfolge: Zu den vermögendsten 10 Prozent der Haushalte gehörte 2023, wer ab 779.500 Euro netto besaß3,4. Unsere Haltung: Reich ist eine Position, keine feste Summe. Wo dein Haushalt beim Vermögen steht, zeigt dir der Vermögens-Perzentil-Rechner, kostenlos und ohne Anmeldung.

Ab wann ist man reich beim Einkommen?

Einkommensreich ist laut Statistikämtern, wessen Nettoäquivalenzeinkommen über 200 Prozent des Medians liegt: als Single nach unserer Rechnung ab rund 4.815 Euro netto im Monat1,5. Gemessen wird nur laufendes Einkommen, kein Vermögen1. Das Indikatorenportal zum Armuts- und Reichtumsbericht nennt das Doppelte und das Dreifache des Medians eine „wissenschaftliche Konvention“, die „ähnlich umstritten“ sei wie die Armutsrisikoschwelle2.

Der Median, das Einkommen genau in der Mitte, lag bundesweit im Einkommensjahr 2024 bei 28.891 Euro (MZ-SILC 2025, das nach dem Vorjahreseinkommen fragt)5,6. Die Schwelle bei 200 Prozent liegt damit bei 57.782 Euro im Jahr (unsere Rechnung)7, die Monatsgrenze ist ein Zwölftel dieses Jahreswerts.

Einkommen über 300 Prozent des Medians nennt das WSI der Hans-Böckler-Stiftung „großen Einkommensreichtum“8. Auf den Bundesmedian bezogen wären das für Singles nach unserer Rechnung über 7.223 Euro im Monat5,9. Die Einkommensreichtumsquote, der Anteil der Menschen über der 200-Prozent-Linie, liegt laut Siebtem Armuts- und Reichtumsbericht seit Jahren relativ konstant bei etwa 7 bis 8 Prozent9.

Zu den einkommensstärksten 10 Prozent gehört, wessen Nettoäquivalenzeinkommen über 54.971 Euro im Jahr liegt, der oberen Grenze des 9. Dezils (Einkommensjahr 2024)5,10. Wer das Doppelte des mittleren Einkommens hat, ist laut Indikatorenportal also schon im obersten Einkommensdezil2.

Die Grenze für Singles, Paare und Familien

Für größere Haushalte steigt die Grenze mit dem Bedarfsgewicht: 1 für die erste erwachsene Person, 0,5 für jede weitere Person ab 14 Jahren, 0,3 für jedes Kind unter 141. Die Schwelle eines Haushalts ist die 200-Prozent-Grenze mal sein Bedarfsgewicht7. Ein Paar ohne Kinder kommt so auf das 1,5-Fache der Single-Grenze: 7.223 Euro netto im Monat (unsere Rechnung).

Ab wann ein Haushalt einkommensreich ist: unsere Rechnung aus dem Bundesmedian (Einkommensjahr 2024, MZ-SILC 2025), netto
HaushaltBedarfsgewicht200 % im Monat (Euro)200 % im Jahr (Euro)300 % im Monat (Euro)
Alleinlebend1,04.81557.7827.223
Alleinerziehend, 1 Kind unter 141,36.26075.1179.390
Paar ohne Kinder1,57.22386.67310.834
Paar, 2 Kinder unter 142,110.112121.34215.168

Die Statistikämter selbst messen am Median des jeweiligen Landes oder der Region (Erstergebnis des Mikrozensus 2025). Für Alleinlebende sind das 4.575,86 Euro im früheren Bundesgebiet ohne Berlin, 4.223,20 Euro in den neuen Ländern einschließlich Berlin und, am Landesmedian, 4.840,96 Euro in Bayern11. Daran gemessen waren 2025 im früheren Bundesgebiet 7,9 Prozent der Menschen einkommensreich, in den neuen Ländern 6,4 Prozent12. Der Mikrozensus fragt das Haushaltsnettoeinkommen des Vormonats in Einkommensklassen ab. Weil Befragte unregelmäßige und geringere Einkommensteile eher vergessen, wird das Einkommensniveau unterschätzt, worauf die Ämter bei Median und Schwelle hinweisen7.

Ab wann ist man reich beim Vermögen?

Beim Vermögen gehört ein Haushalt ab 779.500 Euro netto zu den vermögendsten 10 Prozent, so die Vermögensbefragung der Bundesbank für 2023 (PHF)3,4. Der Siebte Armuts- und Reichtumsbericht nennt dafür rund 780.000 Euro9. Ab 1.227.900 Euro ist ein Haushalt vermögender als 95 Prozent der anderen. Mit diesem 95. Perzentil endet die Tabelle der Bundesbank3.

Die Mitte liegt viel tiefer: Der Median betrug 103.200 Euro, der Durchschnitt 324.800 Euro4, rund das 3,1-Fache (unsere Rechnung).

Laut PHF entfielen 2023 auf die vermögendsten 10 Prozent 54 Prozent des gesamten Nettovermögens4. Die verteilungsbasierte Vermögensbilanz der Bundesbank kommt im Schnitt der Jahre ab 2011 auf mehr als 60 Prozent4. Sehr vermögende Haushalte sind in der Befragung untererfasst4.

Zum Nettovermögen zählen Immobilien, Unternehmen, Fahrzeuge, Bankguthaben, Wertpapiere und Guthaben bei privaten Renten- und Lebensversicherungen, abzüglich der Schulden. Ansprüche auf eine gesetzliche Rente oder Pension zählen nicht dazu4. Gezählt wird je Haushalt, nicht je Person4: Alleinlebende hatten im Median 37.700 Euro, Alleinerziehende 10.000 Euro, Paare ohne Kinder 236.300 Euro, Paare mit Kindern 166.300 Euro3.

Für einzelne Personen schätzte das DIW, dass etwa 1,5 Prozent der Erwachsenen mindestens eine Million Euro Nettovermögen besitzen (SOEP 2017 und Zusatzstichprobe SOEP-P 2019)13. Das Indikatorenportal zählt als „Top-Nettovermögende“ Personen mit mehr als 500.000 Euro individuellem Nettovermögen in Preisen von 2017; letzter Wert: 4,6 Prozent, 2017 (SOEP)14.

Wo dein Haushalt in dieser Verteilung steht, rechnet dir unser Vermögens-Perzentil-Rechner mit derselben Tabelle der Bundesbank aus. Er vergleicht dich mit allen Haushalten, nicht nur mit deinem Haushaltstyp.

Die Schwellen auf einen Blick

Die gängigen Reichtumsgrenzen messen Verschiedenes: Einkommen oder Vermögen, Person oder Haushalt, und sie rechnen mit verschiedenen Erhebungen, Medianen und Jahren. Darum steht dieselbe 200-Prozent-Regel hier mit mehreren Beträgen7.

Ab wann man in Deutschland als reich gilt: Grenzen nach Maßstab, Bezug, Quelle und Datenjahr
MaßstabSchwelleBezugQuelleDatenjahr
Einkommensreich: über 200 % des Medians, Single4.815 € im MonatNettoäquivalenzeinkommen, bedarfsgewichtetunsere Rechnung aus dem Bundesmedian5,7Einkommensjahr 2024 (MZ-SILC 2025)
Über 300 % des Medians (beim WSI „großer Einkommensreichtum“), Single7.223 € im MonatNettoäquivalenzeinkommen, bedarfsgewichtetunsere Rechnung aus dem Bundesmedian5,8,9Einkommensjahr 2024 (MZ-SILC 2025)
Amtliche regionale Schwelle, Single: früheres Bundesgebiet / neue Länder4.575,86 € / 4.223,20 €Haushalt, netto, Monat; regionaler MedianStatistikämter7,11Erstergebnis 202511
Schätzung im Siebten Armuts- und Reichtumsbericht nach der üblichen Definition4.346 €doppeltes MedianeinkommenBundesregierung92023
Einkommensstärkste 10 % (obere Grenze des 9. Dezils)54.971 € im Jahr (rund 4.581 € im Monat, unsere Rechnung)Nettoäquivalenzeinkommen, bedarfsgewichtetStatistikämter10Einkommensjahr 2024 (MZ-SILC 2025)
IW „relativ einkommensreich“: ab dem 2,5-Fachen des Medians, Alleinstehendeüber 5.780 € im MonatHaushalt, netto, mit Mietvorteil bei WohneigentumIW15Einkommensjahr 2022
Vermögen: Median103.200 €Haushalt, nettoBundesbank, PHF32023
Vermögendste 10 % (90. Perzentil)ab 779.500 €Haushalt, nettoBundesbank, PHF3,42023
95. Perzentilab 1.227.900 €Haushalt, nettoBundesbank, PHF32023
Oberhalb des 95. Perzentilskeine weitere Zeile, die Tabelle endet beim 95. PerzentilHaushaltBundesbank, PHF32023
Millionäremindestens eine Million €; rund 1,5 % der ErwachsenenPerson, individuell, nettoDIW13Daten 2017/2019
Gefühlte Reichtumsgrenze7.685 € im MonatPerson, persönliches Nettoeinkommen; Mittelwert der Antworten, N = 1.415Bundesregierung92023

Beispiel: Wo steht ein Paar ohne Kinder?

Ein Paar ohne Kinder hat zusammen 6.000 Euro netto im Monat und 250.000 Euro Nettovermögen (unsere Beispielwerte). Beim Einkommen erreicht es rund 83 Prozent der Paar-Grenze von 7.223 Euro (unsere Rechnung). Beim Vermögen liegt es über dem Median aller Haushalte, 103.200 Euro, und unter der Grenze zu den vermögendsten 10 Prozent, 779.500 Euro3,4. Unsere Schätzung, linear interpoliert zwischen dem 60. und 70. Perzentil der Bundesbank-Tabelle:

Rund 64 Prozent der Haushalte besitzen weniger als dieses Paar.

Im eigenen Haushaltstyp sieht das anders aus: Paare ohne Kinder haben im Median 236.300 Euro3. Dort steht das Paar ungefähr in der Mitte.

Warum sich Reichtum höher anfühlt, als die Statistik ihn ansetzt

Gefühlt beginnt Reichtum weit über der statistischen Grenze. In einer Befragung für den Siebten Armuts- und Reichtumsbericht nannten die Befragten 2023 im Mittel 7.685 Euro persönliches Nettoeinkommen im Monat9. Nach der üblichen Definition schätzt der Bericht die Grenze für 2023 auf 4.346 Euro; die zugehörige Grafik nennt als Daten das SOEP und die Befragung9. Unsere 4.815 Euro wenden dieselbe Definition auf eine andere Erhebung (MZ-SILC) und ein späteres Einkommensjahr (2024) an5.

Je höher das eigene Einkommen, desto höher setzen die Befragten die Grenze. Menschen aus den unteren Einkommensbereichen sehen sie 34 Prozent über der statistischen Maßzahl, Menschen mit hohen Einkommen 72 Prozent darüber, Einkommensreiche 117 Prozent (hohe statistische Unsicherheit)9. Selbst die unteren Einkommensgruppen sehen die Grenze also über der statistischen Definition9. Dieses Gefälle passt laut Bericht zu der Beobachtung, dass Befragte Einkommen vor allem in ihrem näheren Umfeld vergleichen und sich meist näher an der Mitte sehen, als sie empirisch sind9.

Beim Anteil der Reichen gehen Gefühl und Messung ebenfalls auseinander. In einer Erhebung Ende 2018/Anfang 2019 schätzten Befragte ihn im Mittel auf 25 Prozent, berichtet das Institut der deutschen Wirtschaft (IW)15. Nach der Abgrenzung des IW, ab dem 2,5-Fachen des Medians, waren es 2022 etwas weniger als 4 Prozent15.

Unsere Lesart der Lücke insgesamt: Im Alltag meint „reich“ oft ein Leben, das nicht vom nächsten Gehalt abhängt, die Statistik misst hier aber nur das laufende Einkommen.

Unsere Haltung: Reich ist eine Position im Vergleich mit anderen, keine feste Summe. Für deine eigene Position sagt das Vermögen mehr als das Gehalt, denn ein Einkommen kann wegfallen, ein Vermögen trägt dich. Vergleiche dich mit dem Median deines eigenen Haushaltstyps, nie mit dem Durchschnitt.

Welche Zahlen du nicht glauben solltest

Nicht glauben solltest du Reichtumsgrenzen ohne Jahr, ohne Quelle oder ohne Angabe, ob Person oder Haushalt, brutto oder netto gemeint ist:

  • „Mit einer Million gehört man zum reichsten Prozent.“ Die Tabelle der Bundesbank endet beim 95. Perzentil, bei 1.227.900 Euro je Haushalt3. Eine Million liegt darunter: Ein Haushalt mit einer Million ist also nicht einmal vermögender als 95 Prozent der Haushalte.
  • „Laut Bundesregierung ist reich, wer 500.000 Euro besitzt.“ Die Zahl stammt aus dem Indikator für Top-Nettovermögende. Er gibt den Anteil der Personen an, deren individuelles Nettovermögen diese Grenze überschreitet (in Preisen von 2017), sein letzter Wert ist von 201714.
  • „Statistisches Bundesamt: reich ab X Euro.“ Die amtlichen Schwellen 2025 stehen je Bundesland bzw. Region, gemessen am jeweiligen regionalen Median, als Erstergebnis11. Die bundesweite Zahl hier ist unsere Rechnung.
  • „Ab X Euro gehört man zu den obersten 10 Prozent.“ Beim Einkommen weist die amtliche Tabelle 54.971 Euro Nettoäquivalenzeinkommen im Jahr aus (Einkommensjahr 2024)5,10. Das IW nennt „relativ einkommensreich“ erst ab dem 2,5-Fachen des Medians: über 5.780 Euro netto im Monat für Alleinstehende, 202215.
  • Brutto und netto, Person und Haushalt verwechseln. Die Einkommensgrenze gilt für das Nettoeinkommen des Haushalts, gewichtet nach seiner Größe, nicht für ein Bruttogehalt7. Die Vermögenszahlen der Bundesbank gelten je Haushalt, nicht je Person4.
  • „Die Vermögen sind gestiegen.“ Kommt auf Zeitraum und Maß an. Von 2021 bis 2023 stieg der Durchschnitt nominal um etwa 3 Prozent16, der Median sank sogar nominal um etwa 3.400 Euro auf 103.200 Euro4. In Preisen von 2010 fiel der Durchschnitt von 268.700 auf 239.200 Euro, der Median von 90.500 auf 76.000 Euro4. Seit 2017 sind die Vermögen dagegen auch inflationsbereinigt gestiegen4.

Häufige Fragen

Bin ich mit 3.000 Euro netto reich?

Als Single nach der amtlichen Konvention nicht: Einkommensreich bist du nach unserer Rechnung ab rund 4.815 Euro netto im Monat (Einkommensjahr 2024), ein Zwölftel von 200 Prozent des bundesweiten Medians (28.891 Euro im Jahr)5,7. 3.000 Euro sind rund 62 Prozent dieser Grenze (unsere Rechnung). Gemeint ist das Nettoeinkommen des Haushalts, gewichtet nach seiner Größe, nicht ein Bruttogehalt. Mit Partnerin, Partner oder Kindern liegt die Grenze höher, siehe Tabelle nach Haushaltstyp.

Ab welchem Vermögen gehört man zu den reichsten 10 Prozent?

Ab 779.500 Euro Nettovermögen gehört ein Haushalt zu den vermögendsten 10 Prozent, so die Befragung der Bundesbank für 20233,4. Gezählt wird das Vermögen des ganzen Haushalts, etwa Immobilien, Bankguthaben und Wertpapiere, abzüglich der Schulden4. Zum Vergleich: Einpersonenhaushalte hatten im Median 37.700 Euro4.

Gehört man mit einer Million Euro zum reichsten Prozent?

Nein, als Haushalt ist man damit nicht einmal vermögender als 95 Prozent der Haushalte: Diese Grenze lag laut Bundesbank 2023 bei 1.227.900 Euro, mit diesem 95. Perzentil endet ihre Tabelle3. Eine Million liegt zwischen dieser Grenze und der zu den vermögendsten 10 Prozent (779.500 Euro)4. Einzeln gezählt besaßen laut DIW etwa 1,5 Prozent der Erwachsenen mindestens eine Million Euro (Daten 2017/2019)13.

Warum fühle ich mich trotz gutem Gehalt nicht reich?

Je höher das eigene Einkommen, desto höher setzen Befragte die Reichtumsgrenze: Menschen mit hohen Einkommen sahen sie 2023 um 72 Prozent über der statistischen Grenze, Einkommensreiche um 117 Prozent (hohe statistische Unsicherheit)9. Das passt laut Siebtem Armuts- und Reichtumsbericht dazu, dass Befragte Einkommen vor allem in ihrem näheren Umfeld vergleichen9. Dabei liegt, wer das Doppelte des mittleren Einkommens hat, schon im obersten Einkommensdezil2. Mehr dazu im Abschnitt zur gefühlten Grenze.

Zählt die Rente zum Vermögen?

Ansprüche auf eine gesetzliche Rente oder Pension zählen in der Vermögensbefragung der Bundesbank nicht zum Vermögen, Guthaben bei privaten Renten- und Lebensversicherungen dagegen schon. Die Begründung der Bundesbank: Im Umlageverfahren handelt es sich nur um Ansprüche, nicht um angespartes Vermögen4. Gleich hohe Nettovermögen können deshalb für sehr unterschiedliche Absicherung im Alter stehen.

Quellen

  1. Statistische Ämter des Bundes und der Länder: Definition Einkommensreichtumsquote (ab 2020). Amtliche Sozialberichterstattung. statistikportal.de/sites/default/files/2022-04/Einkommensreichtumsquote_ab%202020.pdf (abgerufen am 11. Oktober 2026)
  2. Bundesministerium für Arbeit und Soziales: Armuts- und Reichtumsbericht, Indikator R01 Einkommensreichtum. armuts-und-reichtumsbericht.de/DE/Indikatoren/Reichtum/Einkommensreichtum/einkommensreichtum.html (abgerufen am 11. Oktober 2026)
  3. Deutsche Bundesbank: Private Haushalte und ihre Finanzen (PHF), Erhebung 2023. Tabellenanhang zum Monatsbericht April 2025 (Excel). publikationen.bundesbank.de/caas/v1/media/955436/data/dbdce1fbc3b7f0ac7fc8b3727c17112a (abgerufen am 11. Oktober 2026)
  4. Deutsche Bundesbank: Vermögen und Finanzen privater Haushalte in Deutschland: Ergebnisse der Vermögensbefragung 2023. Monatsbericht April 2025. publikationen.bundesbank.de/publikationen-de/berichte-studien/monatsberichte/monatsbericht-april-2025-954594?article=vermoegen-und-finanzen-privater-haushalte-in-deutschland-ergebnisse-der-vermoegensbefragung-2023--954598 (abgerufen am 11. Oktober 2026)
  5. Statistische Ämter des Bundes und der Länder: Tabelle AR.8, Median und Durchschnitt des Nettoäquivalenzeinkommens (MZ-SILC). Amtliche Sozialberichterstattung. statistikportal.de/sites/default/files/2026-04/AR.8%20Median%20und%20Durchschnitt%20des%20Netto%C3%A4quivalenzeinkommens%2C%20Bundesl%C3%A4nder.xlsx (abgerufen am 11. Oktober 2026)
  6. Statistische Ämter des Bundes und der Länder: Nutzung von MZ-SILC für Indikatoren gemessen am Bundesmedian. Erläuterung, Juli 2025. statistikportal.de/sites/default/files/2025-07/Erl%C3%A4uterung%20zum%20Bundesmedian_8.pdf (abgerufen am 11. Oktober 2026)
  7. Statistische Ämter des Bundes und der Länder: Definition Median und Einkommensreichtumsschwelle (ab 2020). Amtliche Sozialberichterstattung. statistikportal.de/sites/default/files/2022-04/Median%20und%20Einkommensreichtumsschwelle_ab%202020.pdf (abgerufen am 11. Oktober 2026)
  8. WSI / Hans-Böckler-Stiftung: WSI-Verteilungsbericht 2025. Pressedienst, 20. November 2025 (korrigierte Fassung). wsi.de/data/pm_wsi_2025_11_20.pdf (abgerufen am 11. Oktober 2026)
  9. Bundesregierung: Siebter Armuts- und Reichtumsbericht. Deutscher Bundestag, Drucksache 21/3250, 9. Dezember 2025. dserver.bundestag.de/btd/21/032/2103250.pdf (abgerufen am 11. Oktober 2026)
  10. Statistische Ämter des Bundes und der Länder: Tabelle AR.7, Einkommensverteilung und -ungleichheit des Nettoäquivalenzeinkommens (MZ-SILC). Amtliche Sozialberichterstattung. statistikportal.de/sites/default/files/2026-04/AR.7%20Einkommensverteilung%20und%20-ungleichheit%20des%20Netto%C3%A4quivalenzeinkommens%2C%20Bundesl%C3%A4nder.xlsx (abgerufen am 11. Oktober 2026)
  11. Statistische Ämter des Bundes und der Länder: Tabelle A.11, Mediane und Einkommensreichtumsschwellen (Mikrozensus, Landesmedian). Amtliche Sozialberichterstattung. statistikportal.de/sites/default/files/2026-05/A11%20Mediane%20und%20Einkommensreichtumsschwellen.xlsx (abgerufen am 11. Oktober 2026)
  12. Statistische Ämter des Bundes und der Länder: Tabelle A.10, Einkommensreichtumsquote nach Bundesländern (Mikrozensus, Landesmedian). Amtliche Sozialberichterstattung. statistikportal.de/sites/default/files/2026-05/A10%20Einkommensreichtumsquote%20Bundesl%C3%A4nder%20%28Landesmedian%2C%20regionaler%20Median%29.xlsx (abgerufen am 11. Oktober 2026)
  13. Schröder, C., Bartels, C., Göbler, K., Grabka, M. M., König, J.: MillionärInnen unter dem Mikroskop. DIW Wochenbericht 29/2020 (Kopie bei der Bundeszentrale für politische Bildung). bpb.de/medien/317165/DIW%20Wochenbericht%2029.2020.pdf (abgerufen am 11. Oktober 2026)
  14. Bundesministerium für Arbeit und Soziales: Armuts- und Reichtumsbericht, Indikator R03 Top-Nettovermögende. armuts-und-reichtumsbericht.de/DE/Indikatoren/Reichtum/Top-Nettovermoegende/top-nettovermoegende.html (abgerufen am 11. Oktober 2026)
  15. Niehues, J., Stockhausen, M.: Wer zählt zur Mittelschicht? Einkommensbasierte Abgrenzung eines uneinheitlichen Begriffs. IW-Kurzbericht, Institut der deutschen Wirtschaft, 25. März 2025. iwkoeln.de/fileadmin/user_upload/Studien/Kurzberichte/PDF/2025/IW-Kurzbericht_2025-Mittelschicht.pdf (abgerufen am 11. Oktober 2026)
  16. Deutsche Bundesbank: Bundesbank-Studie: Vermögen in Deutschland steigen nominal, gehen aber real zurück. Pressenotiz, 10. April 2025. bundesbank.de/de/aufgaben/themen/bundesbank-studie-vermoegen-in-deutschland-steigen-nominal-gehen-aber-real-zurueck-ungleichheit-bleibt-unveraendert-954622 (abgerufen am 11. Oktober 2026)

Veröffentlicht am 1. November 2026

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